Computer und Software 02.02.2010 14:18

Computersucht – Wenn das Internet und der Computer zur Gefahr wird

Mein Kind sitzt am Computer mit dem Blick starr auf dem Computerbildschirm. Die Finger fliegen über die Tastatur und als ich frage, was machst du gerade bekam ich keinen Antwort. Er als ich ein zweites mal etwas lauter fragte, bekam ich zur Antwort „Mathe…“ Hmm, aber irgendwie habe ich etwas anderes auf dem Bildschirm gesehen, das sehr einem Spiel ähnelnd. Aber wie so oft, sagt man in dem Moment nichts und behält es für sich. Denn immerhin sitzen doch so viele Kinder Kindjugendliche mittlerweile vor dem Computer Bildschirm.

Die Computersucht kommt langsam

So und ähnliche Szenarien spielen sich tagtäglich in Deutschland ab. Und oft sich des nur besorgte Eltern, die nicht nachvollziehen können oder auch einfach nicht verstehen, was Ihr Kind die ganze Zeit so am Computer oder Im Internet treibt. Dennoch fragen sich viele Eltern immer öfters, oft diese Verhalten, stundenlang am Computer zu sitzen noch normal ist?

Die Online-Sucht kommt schleichend und man kann sie zunächst kaum vom normalen Computeralltag unterscheiden. Sozial-Network und Chatrooms gehören mittlerweile zum Alltag der Kinder und aus gutem Grunde fragen sich viele Eltern, ist das denn noch normal, wenn mein Kind nur noch die Freunde m Internet trifft, dort chattet und ständig online ist?
Immer weniger telefoniert und an persönliche Treffen ist schon gar nicht mehr zu denken.

Aber längst sind es nicht nur die Kinder oder Jugendliche die von der Computer-Sucht betroffen sind, auch bei älteren Personen kommt die Computersucht schleichend und viele Erwachsene sind davon betroffen, natürlich ohne es sich selbst einzugestehen. Naja, typisches Suchtverhalten eben!

Erwachsene und ältere Leute entdecken zunächst das Internet als Kommunikationsplattform und nutzen die unendliche Anzahl an Informationsquellen. Aber spätestens wenn man anfängt und sein normalen Lebensalltag ändert, weil man vom Computer davon abgehalten wird, sollte man sich Gedanken machen und etwas weniger Zeit am Computer oder online zu verbringen.

Mittlerweile beschäftigen sich auch Wissenschaftler mit dem Thema Online- und Computer-Sucht. So gründete zum Beispiel Gabriele Farke im Jahre 1999 den Verein „Hilfe zur Selbsthilfe bei online-Sucht“ und die Seite www.onlinesucht.de findet großen Besucherandrang von Betroffenen und Angehörigen die sich mit diesem Thema auseinandersetzen oder einfach nur informieren wollen.

Computersucht wird in Zukunft ein großes Problem in unserer Geselschaft spielen!

Das Problem wird immer weiter ansteigen, denn jedes Jahr steigt die Anzahl der Internetnutzer. Es gibt auch schon Internationale Studien, die belegen, dass 2 bis 8 Prozent aller Computer und Internetnutzer ein Suchartiges verhalten zeigen. Dazugehört zum Beispiel exzessives Spielen von online Games, wie zum Beispiel World of Warcraft (WoW) und anderen online Games. Und ebenso starkes Suchpotenzial haben Kommunikationsnetzwerke und Chatrooms wie zum Beispiel Facebook und Schüler-VZ.
Man schätzt, dass allein in Deutschland zwei Millionen Internetnutzer von der Sucht betroffen sind, ohne dass es die meisten überhaupt ahnen.

Woran erkannt man online- oder Computersucht?
Der typische Süchtige hat seinen ganzen Lebensalltag schon dahingehend verändert und schläft wenig, isst zu wenig oder zu viel und hat auch fast keine Sozialen Kontakte wie Freunde und Bekannte in der realen Welt.
Spätestens dann wenn Schule, Beruf und das Privatleben darunter leidet, also man diese Faktoren vernachlässigt, kann man vom Computersucht sprechen.

Der typische Internet- und Computersüchtige verliert irgendwann die Kontrolle über die Nutung des Mediums und irgendwann wird es zum Zwanghaften Drang, sich mit dem Internet, Spiel oder dem Computer zu beschäftigen.
Dieses Zwanghafte Verhalten bleibt dann nicht ohne Folgen und es gibt gravierende Störungen im Kommunikationsverhalten und Sozialverhalten der Personen. Genauso wie Schlafstörungen, Übermüdungen und untern- oder Überernährung.
Aber auch die Psyche des Süchtigen ist in den meisten Fällen von der Sucht betroffen und so leiden viele an Depressionen, Angststörungen oder dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom kurz ADS.

Mittlerweile gibt es Bundesweit ein paar Kliniken die sich auf diese Art von Suchtverhalten schon spezialisiert haben. Dort werden dann online- und Internetsüchtige stationär behandelt. Denn in den Vergangenheit gab es leider nur die ambulante Suchthilfe sie sicherlich zu keine langfristigen Lösung geführt hat.

Eine typische Computersuchttherapie beginnt mit einer Internet- und Computer-Abstinenz. Anschließend wird dem betroffenen der „normale“ Umgang mit dem Computer wieder beigebracht. Während der Therapie werden Einzelgespräche durchgeführt und Gruppentherapien gemacht.

Wie stellt man fest ob jemand Internetsüchtig oder Computersüchtig ist?

Dazu kann man folgende Fragen auswerten.
Versuchen Sie die Fragen mit
„Ja – manchmal – nein“ zu beantworten

1) Wird die festgelegte Computerzeit oft überschritten?

2) Leiden die tägliche Arbeiten und Verpflichtungen darunter um online oder am Computer zu sein?

3) Verbringt jemand öfters lieber die Zeit am Computer als mit dem Partner, Freunde oder Familie?

4) Wirken sich die Computer- und Internetaktivitäten auf die Schule oder das Berufleben aus?

5) Schaut derjenige erst die Email an, bevor etwas anderes gemacht wird?

6) Ist die Person verschlossener geworden, seit sie mehr Zeit am Computer oder im Internet verbringt?

7) Reagiert die Person verschlossen, zurückhaltend oder gar aggressiv , wenn man sie auf das Internet anspricht?

8) Ist die Person oft alleine im Zimmer oder sonst wo um am Computer zu sein?

9) Ist die Person durch das Computerverhalten öfters müde oder schläft unregelmäßig?

10) Wie oft verbringt die Person mehr Zeit am Computer als mit anderen Hobby oder Aktivitäten?

11) Ist die Person lieber am Computer als mit Freunden zusammen?


Haben Sie 0 bis 3 Fragen mit „Ja“ beantwortet?
Dann ist das noch ein normales verhalten und man muss hier sich kaum Sorgen machen.


Haben Sie 3 bis 4 Fragen mit „Ja“ beantwortet und einige davon mit „manchmal“Dann sollten die der Person klare Richtlinen geben und die Computerzeiten einschränken. Wichtig ist dabei, dass man der Person gleich neue andere Aufgaben gibt, sonst wirds langweilig


Haben Sie 5 oder mehr Fragen mit „Ja“ beantwortet?
Dann spricht man von einer Computersucht und Sie sollten profesionelle Hilfe in Anspruch nehmen


Mehr aufklärung zum Thema Computersucht gibt es bei:
www.computersucht-besiegen.com - mit nützlichem Ebook zum Thema