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Gesellschaft und Service 28.09.2017 17:22

Die Fachhochschulreife – Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Bundesländern

(Artikel mit 1 Seite)
Viele entscheiden sich nach dem Realabschluss nicht direkt für eine Ausbildung, sondern streben als weiteren Schulabschluss die Fachhochschulreife an. Treibende Kraft ist oftmals die Chancenerhöhung auf dem Arbeitsmarkt. Denn die Zusatzqualifikation macht Bewerber attraktiver für Ausbildungsbetriebe. Zugleich stellt der Erwerb der Fachhochschulreife einen einfacheren Weg dar, eine Studienberechtigung zu erlangen, als das Abitur an einem Gymnasium.

Was ist die Fachhochschulreife und wozu berechtigt sie?

Viele entscheiden sich nach dem Realabschluss nicht direkt für eine Ausbildung, sondern streben als weiteren Schulabschluss die Fachhochschulreife an. Treibende Kraft ist oftmals die Chancenerhöhung auf dem Arbeitsmarkt. Denn die Zusatzqualifikation macht Bewerber attraktiver für Ausbildungsbetriebe. Zugleich stellt der Erwerb der Fachhochschulreife einen einfacheren Weg dar, eine Studienberechtigung zu erlangen, als das Abitur an einem Gymnasium.

Die Bildungspolitik in Deutschland liegt jedoch nicht in der Hand des Bundes, sondern wird auf Länderebene geregelt. Das bedeutet: Die Wege, zur FH-Reife zu gelangen, sowie die Anerkennung des Abschlusses sind keiner bundesweiten Vereinheitlichung unterworfen. Es existieren sowohl länderübergreifende als auch länderspezifische Regelungen. Zu der am wenigsten problembehafteten Schulform zur Erlangung der Fachhochschulreife gehört die Fachoberschule. Wer sich nicht sicher ist, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, lässt sich am besten individuell vor Ort beraten.

Was ist die Fachhochschulreife und wozu berechtigt sie?

Die Fachhochschulreife – umgangssprachlich Fachabitur – bezeichnet einen gehobenen Bildungsabschluss, mit dem der Absolvent fortan an Fachhochschulen studieren darf. Der Bildungsgang besteht aus zwei Teilen: dem schulischen und dem berufsbezogenen/fachpraktischen Teil. Nur wer beides erfolgreich absolviert, gelangt zur FH-Reif. Grundsätzlich gelten bundesweit einheitliche Konditionen, die jedoch im Detail voneinander abweichen – insbesondere, was die Anerkennung des Schulabschlusses in anderen Bundesländern anbelangt.

Länderübergreifende Regelungen zum schulischen Teil – mit einigen Ausnahmen

Der schulische Teil der Fachhochschulreife wird üblicherweise an einer beruflichen Schule (Fachoberschule, Berufsoberschule, Berufliches Gymnasium) absolviert. Zusätzlich besteht in allen Bundesländern bis auf Bayern und Sachsen die Möglichkeit, den schulischen Teil über den Besuch der gymnasialen Oberstufe (Klassenstufen 11 und 12, ohne abgeleistete Abiturprüfung) zu durchlaufen.

In der sogenannten Elf-Länder-Vereinbarung – mittlerweile auf die 14 teilnehmenden Bundesländer ausgeweitet – ist die gegenseitige Anerkennung dieser alternativen Ableistung des schulischen Teils beschlossen. Da Bayern und Sachsen diese Möglichkeit selbst nicht anbieten, erkennen sie sie auch nicht an. Das bedeutet konkret: Ein Schüler, der beispielsweise in Nordrhein-Westfalen seine Fachhochschulreife über die gymnasiale Oberstufe erworben hat, kann nicht an einer bayerischen Fachhochschule studieren, da die dortigen Voraussetzungen als nicht erfüllt gelten.

Die beruflichen Bildungsgänge im Überblick:

Fachoberschule
  • Richtet sich an Schulabgänger/-innen mit Mittlerem Bildungsabschluss
  • 2 Jahre (im ersten Jahr fachpraktische Betriebsausbildung)
  • Erwerb der Fachhochschulreife mit Berechtigung zum Studium an allen deutschen Fachhochschulen
Berufsoberschule
  • Richtet sich an Absolventen/-innen mit Mittlerem Schulabschluss und beruflicher Erstqualifizierung (mind. 2-jährige, abgeschlossene Ausbildung/5-jährige einschlägige Berufstätigkeit)
  • 2 Jahre Unterricht in Vollzeit
  • Erwerb der Fachgebundenen Hochschulreife, u. U. auch der Allgemeinen Hochschulreife
Berufliches Gymnasium
  • Richtet sich an Absolventen/-innen mit Mittlerem Bildungsabschluss oder Schüler mit gleichwertigem Bildungsstand
  • 3 Jahre Unterricht in Vollzeit
  • Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife
Der fachpraktische Teil ist Ländersache

Im Gegensatz zum schulischen Teil unterliegt der berufsbezogene Teil landesrechtlichen Bestimmungen. Zudem existieren – abhängig von Schulart und Bildungsgang – mehrere Möglichkeiten, den fachpraktischen Teil nachzuweisen, darunter:
  • Praktikum
  • Berufsausbildung
  • Berufstätigkeit
  • Freiwilligendienst (FSJ, Wehrdienst, Zivildienst, Bundesfreiwilligendienst)
Laut Schulordnung für Fach- und Berufsoberschulen vom 28.08.2017 gelten beispielsweise im Bundesland Bayern auszugsweise folgende Bestimmungen zur fachpraktischen Ausbildung:


Üblicherweise 2 Jahre, mit entsprechender beruflicher Vorbildung auch 1-jähriger Bildungsgang möglich
3 Bereiche:
  • Fachpraktische Anleitung an der Schule inkl. Dokumentation und Reflexion
  • Fachpraktische Vertiefung an der Schule
  • Fachpraktische Tätigkeiten (Praktikum) in einer außerschulischen Einrichtung oder Schulwerkstätte
  • Praktikum in Blockform mit einer Länge von max. 5 Wochen
  • Schriftliche und mündliche Abschlussprüfungen – nur in der Ausbildungsrichtung Gestaltung auch praktische Prüfungsanteile
Wer alle Regelungen im Detail kennenlernen möchte, nutzt am besten frühzeitig das Informationsangebot der Fachoberschule oder Berufsoberschule seiner Wahl.

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