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Dienstleistung Service 24.10.2017 14:53

Was ist der Wohnwertvorteil bei einer Scheidung und wie wirkt er sich aus?

(Artikel mit 1 Seite)
Besitzen scheidungswillige Ehegatten eine gemeinsame Immobilie, ergeben sich nach der Scheidung vermögensrechtliche Auseinandersetzungen. Unabhängig davon, ob die Immobilie zum gemeinschaftlichen oder dem alleinigen Eigentum eines Ehegatten zählt oder ob die Auseinandersetzung im Rahmen des Kindes-, Trennungs- oder Ehegattenunterhalts eine Rolle spielt: In jedem Fall ist der sogenannte Wohnwertvorteil zu beachten. Dieser beschreibt den finanziellen Vorteil des Ehegatten, der weiterhin in der Immobilie wohnen bleibt, gegenüber dem Ehegatten, der auszieht.

Wie kommt der Wohnwertvorteil zustande?

Was ist der Wohnwertvorteil bei einer Scheidung und wie wirkt er sich aus?

Besitzen scheidungswillige Ehegatten eine gemeinsame Immobilie, ergeben sich nach der Scheidung vermögensrechtliche Auseinandersetzungen. Unabhängig davon, ob die Immobilie zum gemeinschaftlichen oder dem alleinigen Eigentum eines Ehegatten zählt oder ob die Auseinandersetzung im Rahmen des Kindes-, Trennungs- oder Ehegattenunterhalts eine Rolle spielt: In jedem Fall ist der sogenannte Wohnwertvorteil zu beachten. Dieser beschreibt den finanziellen Vorteil des Ehegatten, der weiterhin in der Immobilie wohnen bleibt, gegenüber dem Ehegatten, der auszieht. Vielen Mandanten ist diese Tatsache nicht bekannt, weshalb oftmals Unverständnis aufkommt. Daher sollten sich Betroffene in jedem Fall an eine Rechtsanwaltskanzlei wenden, die auch in komplexen Rechtsfragen einen sachlichen Überblick behält.

Wie kommt der Wohnwertvorteil zustande?

Im Grunde meint der Wohnwertvorteil, dass das mietfreie Wohnen in einer eigenen Immobilie dem Bewohner einen finanziellen Vorteil gegenüber dem ausgezogenen Ehegatten verschafft. Daher werden bei der Unterhaltsberechnung gewisse Vorteile berücksichtigt, die sowohl dem Unterhaltsverpflichteten als auch dem Unterhaltsberechtigten zugute kommen können. Dabei ist es nicht von Belang, ob die Immobilie im Allein- oder im Miteigentum steht. Allerdings können Finanzierungslasten den Wohnwertvorteil vermindern.

Zahlt beispielsweise der ausgezogene Ehegatte weiterhin die vollen Finanzierungskosten, so sind diese von seinem Einkommen abzuziehen, was die Unterhaltszahlungen an den anderen Ehegatten reduzieren kann. Die geringeren Unterhaltszahlungen für den in der Immobilie verbliebenen Ehegatten werden durch die Anrechnung der Finanzierungskosten ausgeglichen. Welcher der beiden Ehegatten die Finanzierungslast trägt, macht daher aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum einen Unterschied.

Die Höhe des Wohnwertvorteils

Je nach Lebenssituation kann der anzurechnende Wohnwertvorteil unterschiedlich hoch ausfallen. Der tatsächliche finanzielle Wert richtet sich üblicherweise nach den durchschnittlichen regionalen Vergleichsmieten für eine entsprechende Immobilie. Während des Trennungsjahres gibt es hier Besonderheiten zu beachten, sofern gemeinsame Kinder in der Immobilie wohnen oder der Scheidungsantrag noch nicht gestellt ist. Wenn die gemeinsamen Kinder weiterhin die Immobilie bewohnen, kann dies zu einer Erhöhung des Wohnwertes führen, sofern der ausgezogene Ehegatte Kindesunterhalt zahlt.

Der Wohnwertvorteil nach dem Scheidungsantrag

Die Regelungen während des Trennungsjahres sehen vor, dass sich der Wohnwertvorteil nur auf die Kosten einer fiktiv angemessenen Wohnung bezieht. Dementgegen kann nach der Stellung des Scheidungsantrages der gesamte Wohnwert – in Höhe der regulär erzielbaren, ortsüblichen Miete – als Wohnwertvorteil dem Einkommen des in der Immobilie verbliebenen Ehegatten zugerechnet werden. Zudem können die Finanzierungslasten dann nicht mehr in voller Höhe in Abzug gebracht werden, sondern lediglich die Finanzierungszinsen. Der Tilgungsanteil kann in der Regel nicht abgezogen werden. Dieser wird vielmehr der Vermögensbildung zugerechnet, an welcher der andere Ehegatte in Zukunft keinen Anteil mehr hat. Sollten die geschiedenen Eheleute die Immobilie verkaufen wollen, müssen sich beide die aus dem anteiligen Erlös erzielten Zinsen als Einkommen zurechnen lassen.

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