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Dienstleistung Service 07.12.2017 14:54

Vielfältige Rechtsnormen im Versicherungsrecht – interessante Urteile

(Artikel mit 1 Seite)
Wer sich als juristischer Laie, sei es als Privatperson oder Unternehmer, mit einer Versicherung auseinandersetzen muss, gerät oftmals bereits bei der Durchsicht des Vertrages ins Stocken. Deshalb ist es ratsam, einen Anwalt für das Versicherungsrecht zu befragen, bevor man eine Versicherung abschließt.

Anwalt für Versicherungsrecht

Die im Versicherungsrecht zu beachtenden Rechtsnormen sind vielfältig. Neben den einschlägigen gesetzlichen Regelungen gibt es für alle Bereiche Bedingungen, die sich von Versicherer zu Versicherer wesentlich unterscheiden. Oft handelt es sich um Nuancen bei der Formulierung - im Hinblick auf das Bestehen oder Nichtbestehen eines Anspruchs. Bei einer frühzeitigen Konsultierung eines Rechtsanwalts für Versicherungsrecht in Köln können Fehler bei einer Meldung des Schadens und bei der Wahrung von versicherungsrechtlichen Fristen sowie Formfehler vermieden werden.

3 interessante Urteile aus dem Versicherungsrecht

Wegeunfall? Der achtmal so lange weg von der Freundin zur Arbeit:

Ein Urteil des LSG Rheinland-Pfalz besagt: In der gesetzlichen Unfallversicherung liegt ein versicherter Wegeunfall nicht vor, wenn der von der Wohnung der Freundin angetretene Weg zur Arbeit mehr als achtmal so lang ist, wie der übliche Fahrweg von der eigenen Wohnung.

Der Kläger war von der Wohnung seiner damaligen Verlobten, die rund 55 km von seiner Arbeitsstelle entfernt war, zur Arbeit gefahren. Der Weg von seiner eigenen Wohnung hätte nur etwa 6,5 km betragen. Auf dem Weg zur Arbeit erlitt er einen Verkehrsunfall. Die beklagte Unfallkasse lehnte die Anerkennung eines Wegeunfalls ab, weil der längere Weg zur Arbeit nicht durch die betriebliche Tätigkeit geprägt sei. Nach der durchgeführten Beweisaufnahme sei davon auszugehen, dass der Kläger die Wohnung der Freundin nicht wie eine eigene Wohnung genutzt habe, sondern sich vielmehr dort nur zu Besuch aufgehalten habe. Die Differenz zwischen dem Arbeitsweg von der eigenen Wohnung bzw. dem von der Wohnung der Freundin sei unverhältnismäßig, so dass nicht von einem versicherten Arbeitsweg auszugehen sei.

Arbeitsunfall? Sturz auf Salatsauce in der Kantine:

Ein Beschäftigter begab sich zu Mittag in die Werkskantine seines Arbeitgebers. An der Salatbar rutschte er auf einer Salatsauce aus und verletzte sich schwer. Noch heute leidet er an den Folgen des Sturzes und begehrt die Anerkennung als Arbeitsunfall. Das Sozialgericht Heilbronn hat die Klage abgewiesen. Dieses führt dazu aus, dass der Kläger zum Zeitpunkt seines Sturzes an der Salatbar der Werkskantine keine Handlung verrichtet habe, die der unfallversicherten Tätigkeit zuzurechnen sei. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts handle es sich bei der Nahrungsaufnahme grundsätzlich um eine eigenwirtschaftliche – d.h. private, nicht unfallversicherte – Tätigkeit, da Essen und Trinken unabhängig von der versicherten Tätigkeit erforderlich sei.

Versicherter Unfall? Tod durch Dornenstich beim Rosen schneiden:

Der Ehemann der Klägerin verletzte sich beim Schneiden von Rosenstöcken im September 2010 am linken Mittelfinger durch einen Rosendorn. Wegen dieser Verletzung wurde er zunächst stationär behandelt, da eine Infektion mit Staphylococcus aureus festgestellt worden war, ein Jahr später verstarb er aufgrund einer Sepsis.

Zuvor hatte der Ehemann der Klägerin bei dem beklagten Versicherer unter anderem eine Versicherung für den Fall des Unfalltodes abgeschlossen, wobei die Klägerin Bezugsberechtigte der Versicherung ist. Das OLG Karlsruhe urteilte, dass ein Unfall vorläge. Denn klassische Fälle seien Zusammenstöße des Körpers mit Sachen, Tieren oder anderen Personen. Ein solcher Zusammenstoß mit einer Sache liege deshalb auch bei einem Stich mit einem Rosendorn vor.

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