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Auto 08.01.2018 16:12

Was versteht man unter einem Haushaltsführungsschaden?

(Artikel mit 1 Seite)
Nach einem fremdverschuldeten Unfall kann die/der Geschädigte nicht nur einen Anspruch auf Schmerzensgeld geltend machen, sondern es besteht grundsätzlich auch ein eigener Schadensersatzanspruch auf Ausgleich der unfallbedingten Tätigkeitsbehinderung im Haushalt.

Wie hoch ist der Anspruch auf Schadensersatz bei einem Haushaltsführungsschaden?

Ein sogenannter Haushaltsführungsschaden entsteht einer Person, wenn sie ihren Haushalt ohne Fremdeinwirkung nicht mehr vollständig führen kann. Das geschieht oft als Folge eines Unfalls oder einer Körperverletzung. Der Begriff des Haushaltsführungsschadens kommt daher im Zuge von Straßenverkehrsunfällen im Schadensersatzrecht vor und ist in § 843 Abs. 1 BGB geregelt. Hiernach gehört der Schaden zur Minderung der Erwerbsfähigkeit, wenn dieser eine Einschränkung der Leistungen für die Familie darstellt. Er ist als Deckung des erhöhten Bedarfes erstattungsfähig.


In welcher Höhe ein Haushaltsschaden geltend gemacht werden kann, hängt vor allem davon ab, in welchem Umfang die Haushaltsarbeit nicht mehr vorgenommen werden kann. Der Geschädigte kann den Ersatz der Kosten verlangen, die notwendig sind oder waren, um den Haushalt von einer Drittperson führen zu lassen. Auch dann, wenn der Geschädigte seinen Haushalt trotz der Verletzungen führt, kann er einen Schadensersatz beanspruchen. Ebenso besteht ein Schadensersatzanspruch für den Fall, dass der Haushalt von jemandem kostenlos geführt wird. Dieser Anspruch bemisst sich nach der Höhe der Kosten, die entstanden wären, wenn die Haushaltsführung entgeltlich durchgeführt worden wäre.

<h2>Was ist bei der Geltendmachung des Anspruchs zu beachten?</h2>

Der Geschädigte sollte ausführlich darlegen können, wie er seinen Haushalt normalerweise führt und wie viel Zeit er konkret aufwenden muss, um die Arbeiten zu erledigen. Jeder einzelne Posten sollte aufgeführt werden: das Einkaufen, das Kochen, das Wäschewaschen, die Haushaltsreinigung, die Kinderbegleitung, das Geschirrspülen und die Versorgung der Haustiere. Zudem ist anzugeben, zu welchen dieser Tätigkeiten der Anspruchsinhaber nicht mehr vollständig in der Lage ist. Die Zeit, die diese Tätigkeiten benötigen, finden einen Ausgleich in der Geldzahlung. Wichtig sind Angaben über die Größe des Haushalts. Des Weiteren kann die Ausstattung der Wohnung eine Rolle spielen (so könnte es zum Beispiel Gegenstände geben, die aufwendig gepflegt und gewartet werden müssen). Wichtig ist ferner die Zahl der Haushaltsangehörigen. Von Belang ist schließlich, ob der Geschädigte verheiratet ist, da Ehepartner gemäß § 1356 BGB zum Familienunterhalt beitragen müssen. Mithilfe eines einschlägigen Tabellenwerkes kann der Schaden genauer ermittelt werden.

<h2>Sollte ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden?</h2>

Es empfiehlt sich sehr, zur Durchsetzung eines Anspruches auf Schadensersatz einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Dieser sollte sich mit dem Thema Haushaltsführungsschaden bestens auskennen und mit der aktuellen Rechtssprechung vertraut sein, damit er die Interessen des Geschädigten optimal vertreten kann. Versicherungen neigen dazu, den ermittelten Schaden infrage zu stellen. Die korrekte Berechnung des Schadens kann sehr komplex sein, da sich mit fortschreitender Gesundung des Geschädigten auch der Schaden verringert. Dieser Genesungsfaktor muss in der Schadensregulierung Berücksichtigung finden. Der Schaden ist gegebenenfalls nach diversen Zeitrahmen zu berechnen. Versicherungen halten sich gerne an überholte Pauschalformeln, wodurch der Geschädigte in der Regel enorm benachteiligt wird. Mithilfe eines versierten Rechtsanwalts können diese und andere Stolperfallen bei der Geltendmachung des Haushaltsführungsschadens vermieden werden.

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