Hallo Gast, Sie können sich registrieren oder einloggen
 

Artikeltexte auf dem Artikelportal veröffentlichen

Nachrichten, freie Meinungen, Berichte, Infos und Meinungen als Artikeltext aus unserer Gesellschaft von freien Redakteuren
» Startseite Artikel / Artikel lesen  
Dienstleistung Service 09.01.2018 15:42

Ehevertrag zur Regelung familienrechtlicher Angelegenheiten

(Artikel mit 1 Seite)
Ein Ehevertrag wird oft kritisch beäugt. Doch statt Boshaftigkeit kann er auch die Fürsorge für den anderen ausdrücken. Interessierte sollten sich umfassend informieren, um ihre Wünsche abzusichern.

Anwalt für Familienrecht

Wenn Paare ihre Hochzeit planen, denken sie in der Regel nur ungern an die Möglichkeit, dass eine Ehe nach einigen Jahren auch scheitern könnte. Grundsätzlich ist ein Ehevertrag ein hilfreiches Instrument, um im Fall einer Scheidung Streitigkeiten und wesentliche Konflikte zu vermeiden. Eine vertragliche Regelung bedeutet kein Misstrauen oder die Einschränkung gegenseitigen Vertrauens. Sie bietet vielmehr eine Option der Vorsorge, die möglicherweise nie erforderlich sein wird, aber im Ernstfall für alle Beteiligten hilfreich und unterstützend sein kann.

Ein Ehevertrag gewährt in familienrechtlicher Hinsicht mehrere Möglichkeiten der Absicherung. Hierzu zählen unter anderem Vereinbarungen güterrechtlicher Art oder auch ein Ausschluss der sogenannten Zugewinngemeinschaft. In dem Fall behält jeder Ehepartner nach einer Scheidung das Vermögen, das bereits vor der Eheschließung vorhanden war und gleichermaßen die während der Ehe erwirtschafteten Besitztümer. Weiterhin können Regelungen zum Umgangsrecht in Bezug auf gemeinsame Kinder sowie Unterhaltsansprüche und Festlegungen zum Versorgungsausgleich vereinbart werden. Auch erbrechtliche Abmachungen und Vereinbarungen zu Anwaltskosten gehören in einen Ehevertrag. Ein Anwalt für Familienrecht offeriert seine Expertise zu den entsprechenden Themen.

Wirksamkeit der vertraglichen Vereinbarungen

Die Regelungen des Vertrags kommen sowohl während als auch nach der Ehe zum Tragen. Im Bereich des Güterstands gibt es unterschiedliche Gestaltungen, die gleichermaßen auf die Vermögenszuordnung während der Ehe und den Zeitraum nach einer Scheidung zutreffen. Eine der häufigsten Vorgänge sieht beispielsweise eine modifizierte Form der Zugewinngemeinschaft vor. Sie ist an die persönlichen Verhältnisse beider Eheleute angepasst. Die wirtschaftlichen Auswirkungen greifen bereits während der Ehe.

Es kann generell wichtig sein, den Vertrag von Zeit zu Zeit einer Prüfung zu unterziehen. Wenn sich Lebensumstände umfangreich verändern und nicht mehr zu allen Aspekten des Ehevertrags passen, können die Inhalte entsprechend angepasst werden. Hier empfiehlt sich im Bedarfsfall eine anwaltliche Beratung.

Sinnvoller Zeitpunkt für die Vertragsschließung

Der beste Termin für die Schließung eines Ehevertrags liegt bereits vor der Hochzeit. Zu diesem Zeitpunkt ist von Konflikten und Streitigkeiten nicht auszugehen, und die rechtlichen Vereinbarungen können in vollständigem gegenseitigen Einvernehmen getroffen werden. Die Vertragsschließung vor der Ehe gehört entsprechend zu den häufigsten und unproblematischsten Optionen.
In rechtlicher Hinsicht kann ein Ehevertrag jedoch auch zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Ehe geschlossen werden. Prinzipiell ist bei den vertraglichen Inhalten darauf zu achten, dass sie nicht sittenwidrig sind. Demnach darf kein Ehepartner einseitig im Übermaß belastet werden. Das Verhältnis zwischen den jeweiligen Rechten und auch Pflichten sollte ausgeglichen sein. Je später ein Ehevertrag geschlossen wird, desto komplexer gestalten sich meist die damit verbundenen Aushandlungsprozesse.

Beratung zum Ehevertrag beim Anwalt

Grundsätzlich muss ein Ehevertrag vor dem Hintergrund des § 1410 BGB in Schriftform bei einem Notar beurkundet werden. In Hinblick auf die genaue vertragliche Ausgestaltung ist eine ausführliche Beratung beim Anwalt in jedem Fall sinnvoll. Hier erfahren Paare die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen eines Ehevertrages und können sich grundlegend über sinnvolle Bestandteile informieren. In der Regel ist es dabei hilfreich, die Vertragsbestandteile auf die individuelle Situation eines jeweiligen Paares abzustimmen. Eine Vertragsgestaltung mit anwaltlicher Unterstützung gewährleistet darüber hinaus, dass keine unrealistischen Vereinbarungen in den Vertrag aufgenommen werden und die Vorsorge beider Ehepartner gleichermaßen berücksichtigt wird.

Unbedingt sinnvoll ist die Konsultation eines Fachanwalts, wenn es sich beim Vertrag um eine sogenannte Scheidungsfolgenvereinbarung handelt. Sie wird meist erst geschlossen, wenn das Scheitern der Ehe bereits feststeht und konfliktträchtige Auseinandersetzungen vorprogrammiert sind.

Drucken | Artikel wurde 319 mal aufgerufen


Artikel als Bookmark speichern bei ...
 
Impressum | Datenschutzhinweise | Nutzungsregeln/AGB