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Industrie und Handel 16.05.2018 12:10

Die Restrukturierung und Sanierung im Insolvenzrecht

(Artikel mit 1 Seite)
Restrukturierungen und Sanierungen sind oft effektive Möglichkeiten, um ein Insolvenzverfahren voranzubringen oder bestenfalls sogar abzuwenden.

Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen

Es gibt viele Gründe, warum ein Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten ist. Wichtig ist dann jedoch, die Firma wieder auf Kurs zu bringen und zu stabilisieren. Restrukturierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen sollten der logische nächste Schritt sein, um eine Insolvenzverschleppung zu vermeiden. Diesen Maßnahmen kommt innerhalb des Insolvenzrechts eine wichtige Aufgabe zu. Sie können mitunter sogar dazu beitragen, dass eine Insolvenz abgewendet wird. Hier ist eine fachlich kompetente Beratung für Unternehmen natürlich unerlässlich. Ein Rechtsanwalt für Insolvenzrecht sollte während der gesamten Sanierung bzw. Umstrukturierung beratend unterstützen und diese auch überwachen.

Rechtliche Erleichterungen bei der Sanierung von Unternehmen

Der Gesetzgeber hat prinzipiell den Wunsch, eine Sanierung von Unternehmen als Maßnahme zu nutzen. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) 2012 sind die Sanierungschancen deutlich verbessert worden. Dank des Gesetzes werden Unternehmen während der Sanierungsplanungen vor der Insolvenz geschützt und bleiben damit handlungsfähig. So erhalten viele Unternehmen einen erleichterten Zugang zur Eigenverwaltung des Insolvenzverfahrens. Ebenfalls werden die Gläubiger stärker in den Insolvenzprozess eingebunden und erhalten die Möglichkeit, mehr Einfluss zu nehmen. Auch das Insolvenzplanverfahren wurde durch das Gesetz vereinfacht. Nach ESUG erhalten Insolvenzgerichte zudem mehr Zuständigkeiten, was sich wiederum positiv auf das gesamte Verfahren auswirkt. Dank ESUG ist es nunmehr möglich, eine Sanierung sowie Restrukturierung auch außerhalb eines gewöhnlichen Insolvenzverfahrens zu absolvieren.

Eigenverwaltung im Schutzschirmverfahren dank ESUG

Unter dem Schutzschirmverfahren durch das ESUG lassen sich auch Restrukturierungen und Sanierungen kombinieren. Dank der Eigenverwaltung liegt es in der Hand des Schuldners, mithilfe eines Sachverwalters seine Insolvenzmasse dem Namen nach selbst zu verwalten. Nach dem Einverständnis aller Gläubiger und des Gerichts kann der Schuldner so als sein eigener Insolvenzverwalter sein Unternehmenswissen nutzen, um das Unternehmen zu sanieren. Außerdem behält der Schuldner seine Vermögensverfügungsbefugnis. Die Aufgabe des Sachverwalters ist es, die Geschäftsführung und die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu kontrollieren und notfalls Verstöße anzuzeigen. Im Zusammenspiel mit einem Insolvenzplan kann so mitunter das Unternehmen erhalten werden. Dies ist dann das Ende der Eigenverwaltung. Oder aber sie erlischt mit der Überleitung in das klassische Insolvenzverfahren.

Hat ein Unternehmen die Aussicht auf eine erfolgreiche Sanierung und ist noch liquide, kann ein Schutzschirmverfahren beantragt werden. Dieses setzt sich aus einer maximal dreimonatigen Eigenverwaltung und einem Vollstreckungsstopp des vorläufigen Insolvenzverfahrens zusammen. Diese Zeit soll genutzt werden, um einen Insolvenzplan aufzustellen. Zudem kann hier der Sachverwalter frei gewählt werden.

Laut Insolvenzordnung (InsO) unterscheidet man beim Schutzschirmverfahren zwischen dem „kleinen Schutzschirmverfahren“ und dem „großen Schutzschirmverfahren“. Nach § 270a InsO kommt das „kleine Schutzschirmverfahren“ zum Tragen, wenn eine Zahlungsunfähigkeit zwar bereits besteht, aber dennoch eine Sanierung sinnvoll erscheint. § 270b beschreibt, dass das „große Schutzschirmverfahren“ eintritt, wenn eine Zahlungsunfähigkeit zu erwarten ist. Obwohl der Schuldner zahlungsfähig ist, muss sich abzeichnen, dass sich dies in naher Zukunft ändern wird.

Wirtschaftliche Beratung bei der Restrukturierung

Generell sollten Unternehmen bei beiden Maßnahmen immer auf rechtlichen Beistand setzen. Dieser vermittelt vor dem Insolvenzgericht, prüft Anträge und steht beratend zur Seite. Weiterhin können Anwälte auch in der wirtschaftlichen Beratung des Unternehmens tätig sein und so bei folgenden Punkten unterstützen:
  • Reorganisation der Firma
  • Kostenstellenanalyse und -planung
  • Investorenlösungen für Restrukturierungen vermitteln
  • Unternehmenstransaktionen leiten


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