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Haus und Garten 22.06.2019 20:29

Helfen Essig und Salz wirklich gegen Unkraut?

(Artikel mit 1 Seite)
Es ist einer der meistverbreitesten Gartentipps im Internet. Essig und Salz gegen Unkraut. Aber ist das wirklich sinnvoll? Was sind die Vor- und was sind die Nachteile? Um es vorweg zu sagen: Wir zeigen Ihnen, warum Sie Essig und Salz auf KEINEN Fall als Unkrautvernichter in Ihrem eigenen Garten verwenden sollten.

Essig und Salz - das perfekte Hausmittel gegen Unkraut?

Warum überhaupt Essig und Salz gegen Unkraut?

Wer im Internet nach hausgemachten und organsichen Unkrautvermichtern sucht, der wird sehr schnell auf den Tipp stoßen, dass man doch Essig und Salz als Unkrautvernichter nutzen könne. Vor allem in den USA und im englischsprachigen Raum ist das sehr verbrreitet. Doch wer das Ganze auf deutsch sucht, der wird sehr schnell auf Artikel stoßen, die davon abraten. Und sogar behaupten das Ganze sei verboten.

Die Frage ist nun also: was davon stimmt?

Sind Essig und Salz als Unkrautvernichter verboten?

Zunächst einmal wollen wir diese Frage klären. Und die Antwort ist nicht ganz eindeutig. Im Gegenteil. Die Anwendung von Essig und Salz ist eine rechtliche Grauzone. Zumindest seit dem Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg aus dem Jahr 2017. Denn hier wurde entschieden, dass Essig und Salz keine Pflanzenschutzmittel sind, deren Anwendung nach dem Pflanzenschutzgesetz auf versiegelten Flächen verboten wäre. Denn laut dem Gericht sei dies genau die Intention des Pflanzenschutzgesetzes: Das verbieten von Pflanzenschutzmitteln, die der Umwelt schaden könnten, und nicht der Verbot von Lebensmitteln.

Nachdem nun also Essig und Salz lange als Verboten galten, weiß nun niemand mehr so recht, was eigentlich Sache ist. Denn zusätzlich bestätigte das Gericht, dass es zwar ein Bußgeld für einen Verstoß gegen das Pflanzenschutzgesetz als nicht rechtmäßig befindet, allerdings sei unklar, ob die Anwendung nicht gegen andere Gesetze, die zum Beispiel dem Schutz des Grundwassers dienen, verstoßen.

Also: Nicht verboten, aber auch nicht erlaubt. Grauzone eben.

Ist die Anwendung von Essig und Salz sinnvoll?

Wenn es nun also nicht ausdrücklich verboten ist, dann werden viele voraussichtlich zur Anwendung davon greifen. Aber sollte man es denn wirklich tun? Zunächst einmal: Essig und Salz vernichten Unkraut. Garkeine Frage. Es steht fest, dass Essig und Salz sehr effektive Unkrautvernichter sind. Doch das macht die Anwendung noch längst nicht sinnvoll. Im Gegenteil. Die Anwendung hat zahlreiche Nachteile.
Zum Beispiel führt die Anwendung zu einer Veränderung des ph-Werts des Bodens. Dies kann dazu führen, dass der gesamte Boden auf lange Zeit unbrauchbar wird und dauerhaft geschädigt wird.
Auch viele Pflanzen vertragen diesen Wechsel nicht. Empfindliche Pflanzen sterben direkt. Und auch robustere kommen damit nicht unbedingt klar. Hortensien beispielsweise verfärben sich durch eine Änderung des ph-Werts im Boden, was im Zweifel nicht gewollt ist und schnell ein mal das gesamte Farbkonzept eines Gartens durcheinander werfen kann.
Auch in der kurzen Frist sind eher keine Vorteile von Essig und Salz als Unkrautvernichter zu verzeichnen. Während das Unkraut stirbt, sterben auch der Rasen und andere umliegende Pflanzen. Denn Essig und Salz sind als Kombination einfach deutlich zu aggressiv. Wer Essig und Salz also großflächig auf einer Rasenfläche anwenden will, der wird sich selbst damit überhaupt keinen Gefallen tun.

Das Fazit ist also klar: Für einen einzelnen Löwenzahn zwischen den Fugen aus der Terrasse kann gerne etwas Essig verwendet werden. Aber bitte sparsam und nur vereinzelt. Größere Terrassenflächen oder sogar Rasenflächen sollten NIEMALS mit Essig und/oder Salz bearbeitet werden.

Was sind die Alternativen?

Gut. Also kein Essig. Also kein Salz. Aber was dann?
Eine umfangreiche Liste der Unkrautvernichter, die Sie nutzen können, finden Sie zum Beispiel auf hausundgarten-profi.de.

Hier ein kurzer Auszug:
Wer zu Umweltschonenderen Alternativen als der gängigen Chemie aus dem Baumarkt oder Fachhandel (z.B. Glyphosat) greifen will - auf die chemischen Methoden soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden, da deren Umweltschädlichkeit sich denke ich selbst erklärt - der findet sich zum Beispiel in heißem Wasser wieder.
Für kleinere Flächen kann dies einfach in einem Wasserkocher aufgekocht werden. Der Vorteil: Das kochende Wasser tötet das Unkraut bis in die Wurzeln und beugt somit also langfristig einer erneuten Unkrautbildung vor. Und auch für größere Terrassenflächen gibt es mit heißem Wasser eine Lösung: Heißwasser-Hochdruckreiniger oder Dampfstrahler können auf Terrassen zur effizienten Beseitigung von größeren Mengen an Unkraut oder Moos genutzt werden. Und der Vorteil: Die Terrasse ist danach auch noch wundervoll sauber.
Das gleiche funktioniert natürlich auch mit einem Gasbrenner. Doch Vorsicht. Erst 2019 hat ein Rentner bei der Anwendung eines Gasbrenners zur Unkrautvernichtung seine gesamte Hecke in Brand gesetzt. Die Anwendung bleibt also äußerst gefährlich.

Wer das nicht zu Hand hat, der sollte tatsächlich ganz einfach zu mechanischen Maßnahmen greifen. Unkraut jäten, entweder mit einem Fugenkratzer für das Unkraut in den Fugen der Terrasse oder mit einer Grabekralle o.Ä. zur Unkrautentfernung im Rasen und auf der Wiese. Der Vorteil hiervor ist eindeutig: Zunächst einmal entfernt man das Unkraut wirklich langfristig, da die gesamten Wurzeln entfernt werden, zum anderen führt man dem Boden keine fremden und schädlichen Substanzen zu, die diesem schädigen.
Keine Chemie, keine Änderung des ph-Werts. Und des größte Vorteil: Auch wenn es körperlich ein wenig anstregend ist. Nutzen Sie dies für sich als Sport und verzichten auf ein oder zwei Fitness-Studio-Gänge in der Woche, in der Sie das Unkraut entfernen.

Wer gerade kein heißes Wasser zur Hand

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